|
Als ein scheinbar unbeteiligter aussenstehender Beobachter wird die Urheberschaft dieses Textstückes einige handgreifliche Behauptungen vom aufgreifen, damit sie von einem anderen Verstand würdigend gewürgt werden können, der sich hier hineinklickt was freilich manchmal eine discussion genannt wird, aber ein Scheibenschiessen netzverbundener fleischlicher Software ist, Gehirne eben, die Augen auf einen Bildschirm geheftet, die an das Gehirn angeschlossenen Finger frei (anarchie is machbar frau nachbar, bindrin und komm nit raus) über allen Tastaturen schwebend. Die Schiess- und Treffscheibe der Bemühungen soll für diesmal heissen: die InternetBindestrichKunst und ganz frugal die INTERNETWortKunst, denn wenn schon ein Roman gleich eine von-Neumann-Weltenerzeugungsmaschine ist, dann ist die InternetWortKunst wertvoller als alle fleischgewordnen Schnitzel der ybrigen Kynste. Die internetLITERATUR also heisst die Bemyhung, alle Art ist Wort im Netz, obwohl nicht notwendigerweise schriftlich: Internetletterbiologie, die Kunde vom Leben der Buchstaben in/um/unter/überinternet.
Was eine Letteratur ist, glaubte die Urheberschaft lange zu wissen, auch traute sie sich eine Urteilskontoführung zu, die das Gelesen-Gesehene-das in Buchstaben mit den leibhaftigen Gehirnweichteilen auf neurologische Art&Weise-Wechselwirkende des Was-auch-immer-uns-umgibt notwendigerweise in Buchstaben Einletterbare, Beschreibbare in die Kategorien kategorisiert: das Gute ins Köpfchen das Schlechte to the Recycle Bin. Und schon kann das Net eine Wissenschaft feiern, die sich geurhebert hat; Die Internetliteraturwissenschaft.
Sie aber, die unwissende Textverfasserschaft (watt isn internetliteratur? da stelln wa uns janz dumm....) die hier eine Literaturverlassenschaft pflegen will, indem sie einfach dieses Textstück ins Internest legt wie ein lila Hase das Yberraschungsei, surpreist die webweite Welt mit der Kunde: Er ist geschlüpft, der Netzkunstschaffende und bildet sich maechtig viel ein auf sein netzkunstprojekt, sein Webartprojekt, löchriger unfliegender Teppich, das. Lächerlich. Lächerlich. Da ist ja jedes Computerspiel spannender. Es homepagelt. Das homepagelt ja, sagt der Kritiker. Du musst das erweitern, sagt der Kritiker, wo bleibt da der erweiterte Kunstbegriff, kann das nicht ein bisschen mehr yberlappen und nach Bildender Kunst ausschauen, so nackig das, da bewegt sich ja nix auf den Seiten, schreit nix, trommelt nix, steht stumm und schweiget, Zeichen und nix, haha, wackelt nix, die Seite hypft ja gar nicht, keine Effekte, keine frames und so, kauf Dir mal ein Handbuch, du, oder ich schweig Dich tot!
Und so will der angeblich aussenstehende sich unbeteiligt denkende Beobachter in der internetliteraturdiskussion einmal die Vermutung wagen, daß Literatur sei, wes Inhalt, und dies sei eine hinreichende und notwendige Randbedingung, in Spracheinheiten transportiert werden müsse. So daß der Beobachter darunter fallen lassen will:
ALLESALLESALLESALLESALLESALLESALLESALLESALLEALLESALLES.....
OH!!!!!! Du gesegnete Sprachwelt,
glücklich das Säugetier, das sich eine Sprache erschuf,
gepriesen seid Ihr:
geliebte bedeutungsbelastete Zeichen:
Ihr, die Ihr auf Wände gemalt seid,
in Fäden geknüpft, in Wachs geritzt, in
Stein gehauen, auf Tierhaut gemalt,
geschnitzt, geätzt, gebrannt,
auf Holz, Metall, Sand, Stein, Papier, Magnetband,
in Eiweiß verdrahtet, in Elektronen übersetzt,
Euer Lob soll Euch geasciit werden,
von einem Ende des WWW
bis in die unendlichen Weiten des unendlichen Internetzes.....
Leider!!!! und der Verantwortliche für eben diese Buchstabensammlung muß einen Wehmutstropfen auf die Milchstrasse der Datengalaxien schwerelos hinaufvergießen, lebt da eine klassische Dreiecksbeziehung: Der Sender - die Botschaft und der Empfänger.
Selbstverständlichleider muss der Spender der Literatur dieselbe durch eine Sinnenkanüle in den Empfanger hineinübertragen, wobei ein Wildwechsel in FremdeSparten der wilden weiten Kunstwälder stattgefunden werden muß, doch das soll im Augenblick nicht interessieren (hätte der MENSCH Nase wie HUND (wir Menschen sind doch bloß die anders befähigten Vierbeiner), könnte Literatur in Parfüm (..."Sinfonie der Sinne" kann dazu noch eingefallen werden...) übersetzt werden).
Und so sucht & findet die Sprache ihre Übertragungswege: Und immer noch yber Auge und Ohr in den MENSCH hinein. Oder sucht die Gedankeninfektion ihren Ansteckungsweg über eine Linearkombination oben genannter Vertriebswege. Als eine Beispielhaftigkeit seien hier nur schnell hergezählt: Das Arno-Schmidtsche Alt-Buch linearkombiniert Sehen Tasten Riechen, daß einem das Hören vergeht (das Gefühl 1 Packen Papier in der Hand zu wiegen, die Seligkeit, einen fleischigen dicklichen Band mit Auge, Hand & Nase wahrzunehmen und hier soll ein Gedankenlink zum Moderduft eines verrotenden, auf dem Flohmarkt erworbenen zweifellos unhygienischen Buchstabenbündels eingeWEBt werden: Bedauerlicherweise: DAS kann internetz (noch nicht) bieten.
Da besagter Gegenstand, der immer noch internet-Literatur heissen soll, einer brauchbaren Definition zugeführt werden soll (Es sei InternetLiteratur genau dann und nur dann...), fängt der unbeobachtete Beteiligte bei dem Wort von vorne an, nämlich beim internet und stellt einmal ganz unverfroren die Behauptung auf, daß die Funktion (internet) nicht neu sei, und überprüft unwissenschaftlich diese Behauptung: will sich auf Herrn Popper berufen, der Kerl: Die Behauptung (und vielleicht wird der ein oder andere "Hypothese! Gedankenprothese" murmeln), also die Behauptung sei solange wahr, bis sich 1, an einem anderweitig vorhandenen Hirn-im-Tank anhängiger Finger, in die kläffende Wunde der unbewiesenen Behauptung legt und das Gegenteil an die aufgestellte Behauptung herangetragen wird. "Fangen wir IRGENDWO an", murmelt der Beobachter und greift sich einen LINK!!! das KENNEN wir: schreit da die internet-LiteraturgeWissenschaft auf:::: das vertrocknete Vergissmeinnicht im Alt-Buch...
rasch verweist da unser Beobachter auf einen Verweis....
potz Motto und Fußnote!!!!
dröhnt es aus den Tiefen eines Bücherschranks.... Kaum ist RUHE!!! im Stammsitz des Guten Buches (Kind, geh doch nach draussen! Kind, lass doch s Computerspyll, macht Dich nur blass & bryll... Kind, lies doch hU-hU - ein gUtes bUch, ein schlechtriechendes Etwas mit zwufach gedumpftem uhhhh.... ) eingekehrt, versucht sich unser Held an einer Kernschmelze von Schrift & Bild.... rechtlinks und blinklinks pfeifen ihm die Comix um die Ohren... worauf der beteiligte Beobachter ruft: Es werde JAVA!!! und als es java wurde, sprach er: gaff den gif! da zogen sie über ihn hin, die animierten Schriftzüge, die Leuchtschriften: von Coca-Cola über den wolkenlos ätherblauen Himmel des Echtspace, 1 blaues Band flattert hinter dem Flugzeug her durch die linden Lüfte und behauptet: wir-wollen-Wulle-Biere! Traurig gräbt sich der nunmehr Beteiligte eine Grube, ein Verzeichnis, doch: kaum hat er sich darin abgelegt, fällt ihm 1 Herr Zettelkasten auf den Kopf (was er nicht im Hirn hat, muß der Mensch aufs Haupt kriegen)
-.---./--:"?"-"."/-:"??"--"..."-/:!!!!!!
(da ist der protokollführenden feder.gif
1 Arno-Schmidt-Zitat dazwischengeraten.....)
UND also wird ein Lehrsatz gewagt: Im internet nix Neues.....
Nachdem der Beobachter diese Behauptung ins Netz gestellt hat, wird eine Metapher gesucht für das Verhältnis von Sprache zu Elekronik, und der urheberschaftliche Mund formt Sätze wie: das Buch verhält sich zur internet-Literatur wie wie wie.... Blasblech & Darmmusik zu Techno. Wie Computergrafik zu oelverschmierten Textilien und da fällt noch manche gebratene Metaffer wie die Taube auf den Draht, der noch kein Netzwerk macht.
Tja, murmelt da der Unbeteiligte: "Nix Neues im beschränkten WWW..." Nix is neu, schreit der Bycherschrank, Nie war was neu. und zaehlt auf: von Radio bis Telefon,: hebt ja nur die Behinderung der weniger Lungenkräftigen auf: Nun haben sie von Kychenfenster zu Kychenfenster gleiches Schwatzpotential. Demokratisierung, na schoen, geschenkt, aber blosz solange, wie die Leitung nicht gebraucht wird fyr, naja, verstehst Du schon, fyr Zwecke eben .... Volksempfaenger plus Wanze, Dein PC sei eine datensammelnde, datenleitende Gesamtkychenmachine mit Guckloch fyr Datenerheber, Sollbruchstelle im Datenschutz. . Und alle belegen Kurse im Mausschytteln. Weiterbildungsmasznahmen der Arbeitnehmer, der Kreditnehmer, der Kleingeldgeber zu Lasten der Haushaltskasse. Auch Du kannst homepageln. Bilde Dich! Mach die Kinder fit! Und das Volk zahlt fyr grundtiefe Theorieerklaerungen ohne Praxis, Betrachtungen zur Maushaftigkeit der Computermaus mit Mausschyttelybungen fyr Anfaenger und glaubt, es begreift Technik.
Es belegt einen Kurs, weil es einen Kurs belegen musz, also glaubt es, es begreife Technik und mache sich fit und sei auf der Hoehe der Zeit, und rede mit, werde gefragt, und tatsaechlich: staendig wird es um die Meinung gebeten, es ist wichtig und es darf sich selbst homepageln.Selbergebastelt statt gekauft, die sinnvolle Freizeitbeschaeftigung. Sich nicht immer blosz berieseln lassen. Was mit seiner Zeit anfangen. Mehr als das brechtsche Radio mit Gegenkanal (Dirk Schröder).
Bis morgen. Sperren wir sie in den Hobbykeller, schicken wir die auf den Ball der Einsamen Herzen, fyr jeden ein Bildschirmchen unters loechrige Dach, damit die uns nicht vollregnen mit ihren Ergyssen und Erkenntnissen, sollen sie sich doch ans realweltige Eingangstor des Einkaufszentrums stellen mit ihren Traktaetlein, wer will das wissen, die spassigen Zeiten sein over, Kommen wir zu den harten Fakten: Wie alt sind Sie? Verheiratet? Wie oft? Kinder? Wieviel? Bildung? Uni? Facharbeiter? Beruf? Position? Taetigkeit? Einkommen? Das interessiert uns, das wollen wir wissen, reden Sie, fyttern Sie sich in unsere Datenbank, loesen Sie sich auf in Ihre Angaben. Kaufkraft. Potential. wieviel Geld geben Sie pro Monat aus? Fyr Unterhaltung? Sport? Kosmetik? Wellness? Bycher? Haben Sie Telefon? Haben Sie Radio? TV? Videorecorder? Wieviele? Interessieren Sie sich fyr Filme? Gewinnspiele? Reisebuchungen? Versicherungen? Verraten Sie uns, verraten Sie sich an uns und zahlen Sie unsere Marktforschung, fyllen Sie bitte nicht nur die Formulare aus, sondern bringen Sie bitte auch Papier und Bleistift mit. Und! ach ja! Vergessen Sie nicht den ausreichend frankierten Ryckumschlag.... Telearbeitsplätze entstehen, soziale Sicherung wird demontiert. Mehr wird nicht sein. Und wo bleiben Kunst, Kultur als Seelenmyllabfuhr?
Stimmt! Ja! Kunst, ehhh, sieht ja auch besser aus, so, Streichquartett kurz vorm Bankett oder Blechbals zur Verdauung, was Schoenes an die Wand und ein gUtes bUch fyr die Eigernordwand des Eichenbycherschranks.
Und der Beobachter bildet wohl auch einen goldrahmenwürdigen Merksatz: "Die Addition des Beschränkten erzeugt die Vollkommenheit" Bumms! fällt unserm Beobachter 1 Alt-Buch auf die EchtZehen, die Leere, die das Buch in der Ordnung des Bücherschrankes interläßt, heißt aber: "Synergetik" Form follows Function hiess es mal. Oder: Es ist nicht wirklich toll, dasz ein laengeres Textstyck den sinnzerreissenden Seitenumbruch erleiden musz, blosz weil da ein Rand ist.Virtuell ist der Bildschirm viel groeszer als die Mattscheibe vor dem Monitor. Und also kann die Form dem Inhalt angepasst werden. Kunstwerk an Siemens Luftschrauben von der Materialabhaengigkeit erloest.
1 Seufzer erzeugt unser Beobachter, dann wendet er sich zu: der höllenmäßigen Gesamtkunstwerksküchenmaschine um damit EINIGES anzurichten.....und? sagt der Kritiker: Meinst du, du koenntest was von Bestand erschaffen? Gar eine eigene Kunstgattung? Weiss nich, nuschelt der Beobachter....Datensammeln.... mehr Experimente..... wir machen weiter...fyr ein Urteil isses ja eigentlich noch viel zu fryh, nur so viel: Das internet wird mein Schreiben veraendert haben. klammersehrzu
[Zurück zur Übersicht von Forum 3]
|