Rezension

 
Claudia Bremer / Mathias Fechter (Hrsg.)
Die Virtuelle Konferenz - Neue Möglichkeiten für die politische
Kommunikation.  Grundlagen - Techniken - Praxisbeispiele

Mit Beiträgen von Claudia Bremer, Andreas Brill, Michael de Vries, Mathias Fechter, Felix Friedrich, Michael Kindt, Patrick Kiss
Inkl. CD-ROM mit der Dokumentation der Virtuellen Konferenz "Lernen und Bildung in der Wissensgesellschaft" (www.bildung2001.de) und Texten von Werner Dostal, Peter Glotz, Jochen Kade, Helmut E. Klein, Doris Odendahl, Ulf Preuss-Lausitz, Wolfgang Seitter
Klartext Verlag, Essen, 1999, DM 29,90

Rezension von Dr. Susanne Gölitzer

Man solle das Buch als informativen Steinbruch verwenden, schreiben die Herausgeber im Vorwort und im Klappentext. Das scheint für das Medium, um das es in "Die Virtuelle Konferenz. Neue Möglichkeiten für die politische Kommunikation" wesentlich geht, die adäquate Verwendungsweise. Virtuelle Konferenzen kann man schlecht zwischen die Seiten pressen und eine Konferenzdokumentation in Buchform hat wohl oder übel mit den selben Schwierigkeiten wie eine Literaturverfilmung zu kämpfen: Besser man kennt die literarische Vorlage nicht oder es gelingt einem im Film, von den liebgewordenen eigenen Vorstellungen schnellstmöglich Abschied zu nehmen. Kann man das eine wie das andere nicht, sollte man Literaturverfilmungen meiden. Klug, dass sich die Herausgeber von einer solchen Dokumentation verabschiedet und vielmehr ein Sammelsurium von theoretisch unterschiedlich weitläufigen und praktisch anschaulichen Beschreibungen zusammengestellt haben. Es ist gelungen, eine schnelle, aber nicht oberflächliche Einführung in die gesellschaftliche Einbettung des Themas und die medialen Schwierigkeiten zu skizzieren. Dadurch gewinnt das Buch manchmal mehr den Charakter eines Lehrbuches, aber für Neueinsteiger in das Thema ist dies sicherlich eher von Vorteil. Die gelungene Mischung aus theoretischen Beiträgen und Tipps, aus speziellen Themen wie "Anregungen zur erfolgreichen Virtualisierung wissenschaftlicher Konferenzen", "Virtual Communities", "Partizipation im virtuellen Seminar in Abhängigkeit von der Moderationsmethode" oder "Studieren per Computer - Moderation in der Weiterbildung" und Checklisten zur Durchführung einer Virtuellen Konferenz macht das Buch auch für solche Leser und Leserinnen interessant, die nicht im engeren Sinne mit der politischen Bildung zu tun haben, sondern vielleicht eher im Bereich der Hochschule oder Schule, schlicht mit dem Thema "virtuelles Lernen" arbeiten. Der Verzicht auf die Tagungsdokumentation wird am Ende schließlich doch belohnt, wenn man die eingelegte CD-ROM entnimmt und sich dann am Computer einen Eindruck von der wirklichen Virtuellen Konferenz verschaffen kann.


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