Jürgen Wittpoth

Generationsspezifische Formen des Mediengebrauchs

Beitrag im Rahmen der Präsenzkonferenz "Internet und politische Bildung"

Dieser Vortrag ist auch als Sounddatei zum Runterladen verfügbar.

Meine Argumentation werde ich in vier Schritten zu entfalten versuchen:

  • Zunächst werde ich einige Daten zur Charakterisierung politischer (Weiter-) Bildung nennen, die im Prinzip bekannt, aber in den einschlägigen Debatten m.E. zu wenig gegenwärtig sind.
  • Dann werde ich knappe Hinweise auf Wandlungsprozesse geben, die die uns vertraute Gestalt sowohl des Politischen wie der Bildung betreffen.
  • Anschließend werde ich einige generationsspezifische Formen des Technikgebrauches und kultureller (Alltags-) Praxen voneinander unterscheiden, um dann schließlich - vor diesem Hintergrund -
  • darüber nachzudenken, ob und wie sich tradierte (und wenn man den Erwartungsbogen nicht überspannt: auch bewährte) Formen politischer Bildung mit der bunten Welt des Netzes sinnvoll verknüpfen lassen.

Insgesamt werde ich - wie vereinbart - etwa 45 Minuten dazu benötigen.

1.
Politische Bildung in ihrer institutionalisierten und insofern ‚traditionellen' Gestalt - kurz: Kurse, Seminare, Konferenzen - mag für die involvierten Akteure sehr bedeutsam sein, ist aber von den Quantitäten her gesehen ein eher marginales Geschäft. Das Berichtssystem Weiterbildung meldet seit 1988 stabil eine Beteiligungsquote von 1% der erwachsenen Bevölkerung (immerhin: von '79 bis '85 lag der Wert bei 2%; vgl. Kuwan u.a. 1990, 1996).

Die weiter zurückreichende VHS-Statistik zeigt zwar seit 1963 einen markanten Bedeutungsverlust politischer Bildung - allerdings vor allem im Blick auf deren Anteil am Gesamtprogramm. Dieser ist von 1963 (8%) bis 1972 (3%) allmählich geschrumpft und hat dann irgendwann die knapp 2% erreicht, von denen wir heute ausgehen können. Was die absoluten Zahlen angeht, dürfte der Bereich der politischen Weiterbildung allerdings zum stabilsten gehören, was in der VHS angeboten wird. Sie sind zwischen 62 und 76 (also der Zeit des anteilmäßigen ‚Einbruchs') auffallend konstant; und 1995 lag zwar die Anzahl der Kurse höher und die der Belegungen niedriger als etwa 1970 - beides aber nicht dramatisch (vgl. Dolff 1978, 285 ff. sowie die VHS-Jahres-Statistiken des DVV bzw. des DIE).

Diese Stabilität auf niedrigem Niveau sichert sich nicht von selbst; man muß sich offensichtlich ständig etwas einfallen lassen, um Teilnehmende zu bekommen bzw. zu halten. Eine ‚Lösung' wird vielfach darin gesehen, Angebote weniger ‚offen' auszuschreiben, als vielmehr maßgeschneiderte Programm für bereits bestehende Gruppen zu formulieren, weil diese am zuverlässigsten in die Bildungsstätten kommen. Man muß nicht bösartig sein, um solche Art Kundenorientierung als Klientelismus zu bezeichnen (der an sich nicht verwerflich ist, aber der gängigen Programmatik kaum entspricht!). Selbst dieser gerät aber unter Druck, wenn man den Untersuchungen des SINUS-Institutes etwa im Bereich der Friedrich-Ebert-Stiftung folgt (vgl. exempl. Flaig u.a. 1993, insbes. 135ff.). Die Einrichtungen werden mit einer Fülle von gewissermaßen ‚sachfremden' und - was noch problematischer ist - sehr heterogenen Erwartungen - die einen bevorzugen Vernissagen, die anderen Schwimmbäder - konfrontiert, denen schwer zu entsprechen ist. Versucht man, aus den Bestandsaufnahmen gewonnene Empfehlungen umzusetzen, dann dürfte sich ein gerade heute wichtiges Ziel politischer Bildung, nämlich Kommunikation über die sich verhärtenden Milieugrenzen hinweg zu stiften, immer mehr verflüchtigen. Schließlich ist nicht in allem "wo politische Bildung draufsteht auch politische Bildung drin"; gerade im Osten Deutschlands werden hier vielfach Kurse über Rentensicherung, Bausparen etc. subsumiert, ohne die ‚politische Bildung' gar nicht mehr stattfände. Aber auch generell haben wir einen ‚Kurssturz klassischer Wissensvermittlung' (vgl. Körber u.a. 1995) zu verzeichnen, d.h. es geht in Weiterbildungsangeboten immer stärker um die kommunikative und gesellige Pflege eines besonderen Lebensstiles, in dem der Besuch von Bildungsstätten einen anerkannten Wert darstellt (was immer dort geschieht; vgl. Wittpoth 1997a).

Nicht nur unter quantitativen Gesichtspunkten, sondern auch im Blick auf die inhaltliche Orientierung ist man also gut beraten, politische Bildung nicht über Gebühr zu stilisieren.

Ein wesentliches Problem besteht aus meiner Sicht darin, daß sich über solche Befunde kaum unbefangen reden läßt. Ich hoffe es zwar nicht, muß aber davon ausgehen, daß meine wenigen Bemerkungen bereits als Nestbeschmutzung o.ä. aufgefaßt werden. Darum geht es mir aber nicht! All das, was in den Einrichtungen geschieht (wie politisch und/oder bildend es auch sein mag), kann einen guten Sinn haben. Die Frage ist nur, welchen Stellenwert man ihm aufs Ganze gesehen beimißt - gerade wenn man über Perspektiven, Reformen, neue Ansätze nachdenkt. Ein eindrucksvolles Dokument überzogener Einschätzungen dessen, was politische Bildung in Deutschland leistet bzw. leisten könnte, ist mir bei der Vorbereitung auf diese Veranstaltung wieder in die Hände gefallen: Das 1992 erschienene Buch ‚Verunsicherungen in der Politischen Bildung' (Nuissl u.a. 1992). Eingangs ist dort eine längere Diskussion zwischen Theoretikern und Praktikern der (politischen) Erwachsenenbildung abgedruckt. Diese fand noch unter dem Eindruck des Golfkrieges statt. Zwar ist in diesem Gespräch (neben der zentralen Formel von der ‚Betroffenheit') viel von Enttäuschungen, von Grenzen politischer Bildung die Rede. Die Art und Weise, in der darüber gesprochen wird, ist aber Beleg für fortwährende Überschätzungen. Denn das, was im Alltag politischer Bildungsarbeit geschieht, erscheint angesichts der gewaltigen Probleme (und mitlaufenden Visionen) nur noch als Rumpf- oder Kümmerform von etwas ganz anderem, das man ja zumindest als möglich ansehen muß.

Erst wenn man zu einer ernüchterten Einschätzung kommt und sich gewissermaßen ‚frohgemut' von überschießenden Erwartungen verabschiedet, gewinnt man Handlungsfähigkeit zurück - das gilt gerade für das schwierige Feld, das mit dem Tagungsthema angesprochen ist.

2.
In mindestens zwei für unser Thema relevanten Feldern ist in den letzten Jahren von ‚Entgrenzungen' die Rede. Einmal wird von einer Entgrenzung oder auch ‚Universalisierung' der Weiterbildung (vgl. exempl. Kade 1997), zum zweiten von einer Entgrenzung (oder Generalisierung) des Politischen (vgl. Beck1986 (300ff.) &1993) gesprochen.

Nur kurz zur Erinnerung:

Beck geht davon aus, daß die Trennung von Politik und Nichtpolitik im Zuge der reflexiven Modernisierung brüchig geworden ist. Wir sind demnach Zeugen eines Systemwandels des Politischen in zwei Hinsichten: das zentralisierte politische System erfährt einen Machtverlust im Zuge der Durchsetzung und verstärkten Wahrnehmung von Bürgerrechten und - gewissermaßen von der anderen Seite her - verliert die technisch-ökonomische Entwicklung angesichts der Reichweite ihrer Veränderungs- und Gefährdungspotentiale den Charakter der Nichtpolitik, gewinnt den prekären Zwitterstatus einer ‚Subpolitik'. Zu sagen, Politik finde nun überall statt, wäre ein wenig zu salopp, aber: relevante Zukunftsfragen werden weniger (vorsichtiger formuliert: nicht mehr allein) in den Kathedralen der Macht verhandelt als vielmehr in einer unüberschaubaren Vielfalt von Gruppen bzw. Grüppchen (diese Position sieht sich durch die Wende-Ereignisse bestätigt).

Als Universalisierung der Weiterbildung wird die Überlagerung dreier Entwicklungen bezeichnet:

  • die erhebliche Expansion des traditionellen Bereichs der Weiterbildung (VHS, Bildungswerke etc.) - dieser Punkt ist in unserem Zusammenhang weniger wichtig;
  • die Ausdifferenzierung des institutionellen Feldes, in dem man sich (oftmals nur am Rande) mit Weiterbildung befaßt (zugespitzt: Weiterbildung begegnet uns im Thermalbad, beim Weinhändler, in der Talkshow etc.);
  • schließlich die Tatsache, daß Weiterbildung ein wesentlicher Bezugspunkt für die Selbstbeschreibungen und Orientierungen der Subjekte geworden ist (Ablehnung oder Abstinenz sind begründungspflichtig geworden - und nicht Teilnahme!). Das hat dann u.a. zur Konsequenz, daß Menschen sich in allen nur erdenklichen Formen (auch ganz individuell) bilden oder verschiedenste Tätigkeiten als bildende verstehen.

Man kann eine Reihe von Einwänden gegen beide Perspektiven formulieren (vgl. etwa Wittpoth 1994, 18ff., 1997b, 28ff.); so bleibt z.B. ungeklärt, wie sich der konstatierte gesellschaftliche Wandel von einem Wandel der Aufmerksamkeit oder wissenschaftlichen Thematisierung unterscheiden läßt. Aber: völlig bestreiten lassen sich die Befunde nicht, allenfalls in ihrer Neuartigkeit und Dramatik relativieren!

Zusammengefaßt und ein wenig zugespitzt könnte man also sagen: weder Politik noch Weiterbildung finden da (und in der Form) statt, wo (und wie) man sie vor allem vermutet (hat). Zumindest kann man sich gedankenexperimentell von dieser Seite aus mit der Problematik beschäftigen; der Vorteil liegt darin, daß man sich dann auch gebildete, politisch reflektierte und handlungsfähige Subjekte vorstellen kann, die nicht an Veranstaltungen politischer Bildung teilnehmen. Darüber hinaus entwickelt man vielleicht ein Interesse, nach anderen Orten und Formen ‚politischer Bildung' Ausschau zu halten (und gegebenenfalls zu prüfen, wie sich das bisherige Angebot auf solche beziehen könnte).

3.
Weiterer - und in manchen Hinsichten korrespondierender - Wandel vollzieht sich über die Generationenfolge. Daß es gerade im Blick auf Computer- und Internetnutzung markante Differenzen zwischen verschiedenen Generationen gibt, zeigt sich vor allem den Älteren recht deutlich, die mit jungen Leute zu tun haben. Wie diese Differenzen im einzelnen aussehen, ist noch wenig systematisch erkundet (es sei denn, man begnügt sich mit solch spektakulären Würfen wie etwa den ‚NetKids' von Don Tapscott - einem der international rezipierten Evangelisten des Internet). Also bietet es sich an, zunächst etwas allgemeiner anzusetzen und auf Arbeiten zu (1) Technikgenerationen und (2) generationellen Unterschieden in der kulturellen (Alltags-) Praxis zurückzugreifen, zumal sich die entsprechenden Grundorientierungen in der Hard- und Software beim PC- bzw. Internetgebrauch überlagern.

>> Reinhold Sackmann und Ansgar Weymann unterscheiden in ihrer Studie über die Technisierung des Alltags (1994) vier Generationen, die sich grob in zwei Gruppen einteilen lassen; die Grenzlinie verläuft im Blick auf die Geburtsdaten um die Mitte der 50er Jahre herum (eine Grenze, die auch für die Generation der politischer Bildner in NRW bedeutsam sein dürfte). Davor Geborene erfahren über eine mehr oder weniger lange Zeit ihres Lebens, daß es die heute verbreitete Haushaltstechnik und elektronische Unterhaltungsmedien nicht gibt. Sie werden sukzessive, nach Maßgabe finanzieller Möglichkeiten angeschafft und haben dabei vor allem nützlich zu sein. Die zum Umgang mit den Geräten erforderliche Kompetenz muß teilweise in fortgeschrittenem Alter entwickelt werden, was bei komplizierten Technologien wie etwa dem Computer, aber auch vermeintlich einfachen wie dem Videorecorder und selbst dem Fahrkartenautomaten eine auf jeden Fall reservierte, oft auch ängstliche Haltung zur Folge hat. Nach Beginn der 50er Jahre Geborene finden hochentwickelte Haushaltstechnik - wie sie selbst im Rückblick sagen - bereits selbstverständlich vor.

<< Beispiel: Wasser und Strom >>

Als in Kindheit und Jugend besonders wichtig erinnern die älteren von ihnen Plattenspieler und Tonband, die jüngeren den PC und CD-Player.

Insbesondere drei Punkte sind hervorzuheben:

  • Technikerfahrung ist für sie wesentlich Medienerfahrung.
  • Das Verhältnis zu den intensiv genutzten Geräten ist pragmatisch, die Bedienerkompetenz wird eher beiläufig, in einem tentativen Sinne erworben und
  • diese Kompetenz ist ein wichtiger Bezugspunkt generationellen Selbstbewußtseins, dem vor allem der eigene Vater als Gegenbild dient.

>> Informationen über den Wandel kultureller Orientierungen - also der Voraussetzungen für Mediennutzung zur inhaltlichen Seite hin - liegen vor allem für Angehörige gehobener, mehr oder weniger ‚bildungsbürgerlicher' Schichten vor, also derjenigen, die auf jeden Fall den Diskurs über , z.T. aber auch das Geschehen in Veranstaltungen der politischen Bildung prägen (vgl. Göschel 1995). Vor 1950 Geborene bleiben mehr oder weniger eng mit gehobener Kultur bzw. Kunst verbunden, aus denen sie verbindliche Standards beziehen. Die Älteren unter ihnen orientieren sich am zeitlosen Wert der Klassiker und rezipieren sie mit Ehrfurcht. Dabei werden sie weder durch eigene jugendkulturelle Strömungen noch durch 'neue' Medien gestört. Den Jüngeren öffnet sich allmählich ein nicht von Erwachsenen dominierter Markt der Kulturgüter. Rock- und Popmusik werden zum Medium der Herausbildung einer Jugendkultur, die sich von traditionellen Mustern abgrenzt. Aber: Ästhetisches Berührtwerden ohne Versuche der Einordnung gilt als obsolet, Kultur und Kunst sollen nicht in gefühlvoller Hingabe konsumiert werden, sondern zu denken geben. Insofern bleibt noch in der kritischen Distanzierung die enge Verbindung mit dem klassischen kulturellen Erbe gewahrt.

Für nach 1950 Geborene, die von vornherein mit 'neuen' Medien aufwachsen, werden traditionelle Grenzziehungen zwischen Kunst, Unterhaltung und Werbung, zwischen Privatheit und Öffentlichkeit immer durchlässiger. Gleichzeitig werden sie aus offen institutionellen Zwängen in eine stärkere Selbstregulierung entlassen. Die Älteren suchen in ihrer kulturellen Praxis vor allem Nähe und Sicherheit; Stadtteilkultur, Esoterik und ökologischer Fundamentalismus haben Konjunktur. Was gut ist, wird nicht anhand tradierter Standards entschieden, sondern vom Nutzen für Selbsterfahrung und persönliche Entwicklung abhängig gemacht. Die Jüngeren müssen angesichts der Überfülle des Konsumangebots neue Mechanismen der Reduktion entwickeln. Die Bewertung von Produkten läuft zusehens über das Image der Lieferanten, womit deren Stellung permanent zur Disposition steht. Auch Kunst und Kultur haben vor allem Dienstleistungen zu erbringen; gesucht werden eigene Beteiligung, Unterhaltung und Originalität. Dabei ist die Ästhetisierung des Alltags gewissermaßen reflexiv geworden: Sie ereignet sich nicht lediglich, sondern wird mehr oder weniger bewußt inszeniert.

Systematisch, im Anschluß an Scott Lash, könnte man von einem Bedeutungszuwachs ästhetischer zu Lasten kognitiver Reflexivität sprechen (vgl. Beck/Giddens/Lash 1996, v.a. 234ff.). Klassisch stellt man sich bei Reflexivität (also dem Bezug des Subjekts auf sich selbst, auf andere, auf Objekte, auf die Gesellschaft) immer einen ‚nachdenkenden' Bezug vor (und auf dieser Seite wären eher die ‚Vor-50er' anzusiedeln). Mit dem stärker ästhetisch akzentuierten Bezug ist demgegenüber an eine Wahrnehmung des Schönen, Ansprechenden, mir mehr oder weniger Gemäßen ohne Vermittlung durch Begriffe, also unmittelbar (im Sinne des Anrührens, des Erfreuens, der Entsprechung) gedacht (dies liegt vielen Grundorientierungen der ‚Nach-50er' näher). Ich weise bereits hier darauf hin, weil es mir darum geht, die Differenz zwischen den Orientierungen als eine sehr weitreichende, gewissermaßen ‚kulturelle' auszuweisen.

Die skizzierten Unterscheide sind nun nicht einfach nur da, sondern Anlaß für soziale Kämpfe, in denen um Definitionsmacht und mit ihr verbundene Stellungen gerungen wird. Diese Kämpfe finden mittlerweile entlang zweier Frontlinien statt:

  • Bereits länger geht es um die Ausbreitung der Massenkultur generell, also um die Auseinandersetzung zwischen gebildeten und weniger gebildeten Milieus der Gesellschaft insgesamt.
  • Mittlerweile geht es darüber hinaus um neue Formen des Umgangs mit Kultur, in denen traditionelle Grenzen sowohl kultureller Praxen als auch auf sie gerichteter Auseinandersetzungen in Bewegung geraten. Diese Kämpfe finden eher in einem begrenzten Segment des sozialen Raumes zwischen verschiedenen Generationen statt.

Allen Versuchen, die sich ausbreitende Massenkultur einzudämmen, zum Trotz etablierte sich spätestens in den 60er Jahren eine Art 'Gemeinkultur', die sich durch einen entspannten Umgang mit Massenmedien und der Unterhaltungsindustrie, mit kommerziellen Freizeitangeboten, mit Werbung und Konsum, durch Freude an sinnlichen Genüssen auszeichnet (vgl. Maase 1997). Es schafft sich also eine andere - lange Zeit diskriminierte - Form kultureller Praxis immer mehr Raum. Die legitime Kultur und ihre Verwalter geraten damit gewissermaßen von außen unter Druck, was noch nicht zwangsläufig dazu führt, daß sie ihre Anerkennung verlieren. Einige von ihnen ringen in der medienvermittelten 'Ökonomie der Aufmerksamkeit' (vgl. Franck 1993) um öffentliche Präsenz und betätigen sich gerade im Blick auf Medien als ‚Apokalyptiker', die bei jeder neuen Entwicklung ein ‚passendes' Krisenszenario zur Hand haben. Allen Unkenrufen zu Trotz: es scheint mir zu früh zu sein, den Ausgang dieses Kampfes zu bestimmen.

Mit der Generation der 50er Jahre kommt eine besondere Dynamik ins Spiel. Die lange Zeit getrennten Sphären von Massen- und ernster Kultur vermischen sich; auch die Angehörigen der Bildungsschicht bewegen sich zusehens mit Behagen in den Sphären der Gemeinkultur. Das bedeutet nicht, daß nachfolgende Generationen gewissermaßen ‚überlaufen'. Vielmehr attackieren sie einerseits die etablierte Gestalt der legitimen kulturellen Kompetenz, wahren aber andererseits die Differenz zur Praxis einfacher Leute. Denn sie kombinieren bislang als Schund Verschmähtes mit Elementen der anerkannten Kultur in einer ebenso lustvollen wie kenntnisreichen Weise (die politische Bildung verdankt dieser Entwicklung vor allem die Auseinandersetzung über die Rolle von Ernsthaftigkeit und Spaß in ihren Veranstaltungen). Damit wird Hochkultur aber über den fortbestehenden Außendruck hinaus auch von innen in Frage gestellt.

Es würde zu kurz greifen, diesen Wandel der Orientierungen allein im Reich des Geschmacks anzusiedeln. Vielmehr ist er - zumindest auch - Ausdruck besonderer Probleme der sozialen Laufbahnen in der Generationenfolge insbesondere bei den 40er, 50er und 60er Geburtsjahrgängen (entsprechende Studien über die 70er bis Anfang 80er, die wir dringend brauchen, kenne ich leider nicht).

Als typische Vertreter der etablierten 40er Generation werden linksliberale Intellektuelle in einem Dienstleistungsberuf, vorzugsweise in Kultur-, Bildungs- oder Forschungseinrichtungen angesehen - politische Bildner gehören also dazu (vgl. Göschel 1995, 36). Sie vor allem sind die Profiteure des rasanten Ausbaus dieser Institutionen während der 70er Jahre. Viele von ihnen entstammen nicht dem traditionellen Bildungsbürgertum, sondern sind - unter eher kargen Bedingungen - aus Mittelschichten aufgestiegen (dies trifft meines Wissens auch für HPM in Weiterbildungseinrichtungen in besonderem Maße zu). Ihre Karriere und damit verbundene Anerkennung verdanken sie ihrem kulturellen Kapital und Arbeitsethos. Die kulturelle Begründung des Selbstverständnisses geht also auf die Erfahrung zurück, daß der ernsthafte Erwerb und die Verteidigung von Bildungswissen in einem sehr spezifischen Sinne funktional sind (d.h. die Dividende erschöpft sich keineswegs in Bildungserlebnissen).

Die nachfolgende 50er, die sogenannte geprellte Generation, wird in einen mindestens bescheidenen Wohlstand hineingeboren und entwickelt aus dieser Erfahrung heraus ihre Perspektiven. Beim Versuch diese einzulösen, sehen sie sich unvermittelt mit Problemen konfrontiert, ja getäuscht: die erworbenen Zertifikate sind entwertet, angestrebte Positionen besetzt. Die Ablehnung des Modells, dessen Verheißungen sich als unrealistisch erwiesen haben, wie die Suche nach Nähe, Sicherheit und Überschaubarkeit sind also durchaus naheliegende Reaktionen, mit denen Enttäuschungen zumindest partiell kompensiert werden können.

Für die 60er Generation gibt es keinen Anlaß mehr für Askese: sie wachsen in eine vollentwickelte Konsumgesellschaft hinein und orientieren sich von vornherein auf andere Berufslaufbahnen. Dabei erweist sich ihre spezifische Form der Nutzung des unübersehbaren kulturellen Angebotes ebenfalls als funktional. Die vor allem den sich ausdifferenzierenden Medien entnommenen Anregungen für ihre Selbstinszenierung setzen sie ein, um sich Anerkennung in ihren Bezugsmilieus zu verschaffen und sich für erweiterte Anforderungen des Arbeitsmarktes zu rüsten: das bis weit in die siebziger Jahre hinein alles entscheidende Zertifikat ist zwar weiterhin eine notwendige, aber längst nicht mehr hinreichende Bedingung für Erfolg.

Die rasante Entwicklung der Internetnutzung findet also in einem stark segmentierten (sozialen) Raum statt, der nach Erfahrungen, Vorlieben, Selbstverständlichkeiten, aber auch nach (mindestens impliziten) Interessen strukturiert ist. Von der Technik, der Hardware-Seite her, haben wir es mit einer Apparatur zu tun, die beängstigend, eher langweilig, gelegentlich ganz interessant oder cool ist - je nachdem, wer sich ihr nähert. Von der Seite kultureller Praxis, also gewissermaßen der Software her, erschüttert es eine Vielzahl von Prinzipien und Gewohnheiten, die von unterschiedlichen Generationen mehr oder weniger leicht zur Disposition gestellt werden (können). Soweit man nicht wieder lediglich ins Netz gestellte Texte liest (das können wir), sondern mit neuen Formen konfrontiert ist, haben Prinzipien der linearen Deduktion, des Autors (als einer identifizierbaren und einschätzbaren Größe), des Zusammenhangs (der durch links nur scheinbar ersetzt wird) keine Konjunktur mehr. Damit stehen sich milieu-, generations- und geschlechtsspezifische Mediennutzungskulturen gegenüber, die sich allen Nivellierungsbemühungen widersetzen werden, nicht zuletzt weil relativ viel auf dem Spiel steht.

Es ist eine der großen Leistungen der Generationen-Semantik, solche Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen bearbeiten zu können. Unter zeitlich versetzten, je besonderen Bedingungen erworbene und daher unterschiedliche Wahrnehmungs-, Denk- und Handlungsschemata, die in einer Gesellschaft und in Familien nebeneinander existieren, müssen weder für alle verbindlich gemacht, noch als bloß abweichend oder fremd diskriminiert werden. Sie lassen sich vielmehr Generationen zurechnen und werden damit als gewissermaßen normale Differenzen verhandelbar

(im Kontakt mit 20jährigen ist es für mich unproblematisch, mich bei der PC-Nutzung dumm anzustellen - sie erwarten es geradezu; als ebenfalls 20jähriger hätte ich mehr Probleme).

Manches der angedeuteten Probleme mag in vorläufiger oder auch bereits entwickelter Form auch vor der Durchsetzung des Internet relevant gewesen sein (etwa das, was im Blick auf jugendkulturelle Stile als bricolage bezeichnet wird). Gerade im Zusammenhang mit Bildungs-Institutionen gibt es jedoch mindestens einen neuen und gravierenden Befund: Der Erwerb der PC- und Internetkompetenz, einer Kompetenz also, die sich nicht auf marginale Aktivitäten bezieht (wie etwa zu Techno-Musik tanzen zu können), vollzieht sich nach einem neuen Muster.

So wird in der Studie ‚Datenreisende' von Wetzstein u.a. (1995) empirisch herausgearbeitet:

  • daß schulische Ausbildung bestenfalls Grundlagen für Netzwerkkompetenz liefert; der weitaus größte Teil wird autodidaktisch, in Form des planlosen, experimentierenden, spielerischen Selbstlernens in einschlägigen kulturellen Milieus erworben;
  • und daß dies nicht (allein) Reaktion auf den Mangel an Kompetenz beim schulischen Lehrpersonal ist (wie gemeinhin vermutet); vielmehr stellt Selbstlernen ein spezifisches Zeichen solcher kulturellen Szenen dar (man könnte auch sagen ein Distinktionsmerkmal).

Zwischenergebnisse von Untersuchungen, die gegenwärtig in meinem Arbeitsbereich laufen, verweisen auf weitere Zuspitzungen (vgl. exempl. Schäffer 1998). Die Probanden der Datenreisenden waren zur Zeit der Untersuchung - frühe Mitte der 90er Jahre - durchschnittlich 26,5 Jahre alt. Jüngere Leute, etwa 16 jährige Schüler, die sich - anders als die ‚Datenreisenden' - in sehr jungen Jahren bereits intensiv des Internets bedienen konnten, reagieren auf die PC- und Internetkompetenz ihrer LehrerInnen bestenfalls noch mit nachsichtigem Spott. Sie haben sich ihre zum Teil hochentwickelten Kompetenzen - manche betreuen bereits gegen Honorar Computernetze - beinahe ausschließlich auf außerschulischen Wegen angeeignet. Dabei verfestigt sich eine - für institutionalisierte (Weiter-) Bildungsbemühungen weitreichende - Erfahrung: man agiert besser und anders ohne sie! Und: man tut dies in einem gewissermaßen kulturbildenden anderen ‚Modus': nicht instruiert, nicht diskursiv, sondern explorierend, tentativ, spielerisch etc. (versuchen Sie einmal, sich von einem Mittzwanziger ‚erklären' zu lassen, was er am PC gerade tut, um Ihnen irgendein Problem zu lösen!).

All dies trifft jedoch immer nur für bestimmte Teile der SchülerInnen und Jugendlichen zu. In einigen meiner Lehrveranstaltungen sitzen Pädagogik-Studenten, viel mehr noch -Studentinnen, mit Studenten (und sehr wenigen Studentinnen) des Informatikstudienganges Computervisualistik zusammen. Die PC- bzw. Internetkompetenz und das dementsprechende Interesse ist bereits im ersten Semester in beiden Gruppen extrem unterschiedlich ausgeprägt! Insofern lohnt es, bei der Rede über ‚Generationen' den Mannheimschen Begriff der ‚Generations-Einheiten' lebendig zu halten, der darauf verweist, daß sich innerhalb eines Generationszusammenhanges verschiedene Gruppierungen in teilweise diametral entgegengesetzter Weise auf das beziehen können, was sie zu einer Generationsgestalt vereint (vgl. Mannheim 1964). Hinzu kommen - wie auch bei meinem Beispiel aus der Hochschule - deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern.

4.
Mein Resümee formuliere ich im Anschluß an die vier Thesen des geschätzten Kollegen Leggewie, mit denen die virtuelle Konferenz eröffnet wurde; ich tue dies auch deshalb, weil in ihnen eine sehr verbreitete Position repräsentiert ist. Diese Thesen sind aus einer entschieden generationsspezifischen Perspektive formuliert und mehr oder weniger stark normativ aufgeladen. Das ist an sich kein Problem (läßt sich bisweilen sogar schwer vermeiden), wird aber zu einem solchen, wenn dieser Umstand nicht zumindest gelegentlich in die Reflexionen einbezogen wird. So kommt es dann dazu, daß vor dem Hintergrund meiner bisher skizzierten Überlegungen alle vier Thesen zumindest sehr verkürzt sind (und meines Erachtens in die falsche Richtung weisen).

1) "Die politische Bildung ist konzeptionell überaltert und institutionell versteinert."

Den vorzufindenden Verhältnissen eher entsprechend, normativ zurückhaltend und mit ganz anderen Konsequenzen würde ich formulieren: Die politische Bildung in ihrer institutionalisierten Form stellt einen Kommunikations- und Interaktionszusammenhang dar, der den besonderen Erfahrungen und Interessen der überwiegend älteren Akteure (auf Seiten der Dozierenden wie der Teilnehmenden) - also den vor der ‚magischen Grenze' irgendwo in den 50ern Geborenen - in hohem Maße entspricht. Was in ihr geschieht, ist weder durchweg politische Bildung (im klassischen Sinne der Aufklärung und des Lernens) noch kann es - wegen der besonderen Inhalte und Formen - einen generations-unspezifischen Charakter haben (es sei denn, man versucht sie eigens in diesem Sinne zu inszenieren).

2) "Sie ist zum großen Teil durch elektronische, vor allem audio-visuelle Medien verdrängt worden." Diese These kann ich nicht in der obigen Weise einfach ‚umformulieren'; sie ist in zu vielen Hinsichten unstimmig. Zunächst ist nicht ‚die politische Bildung' verdrängt worden, denn sie findet ja weiterhin mit einem über lange Zeit außerordentlich stabilen Teilnehmerzuspruch statt (es sei denn, die Umfrageergebnisse sind alle falsch). Auch nicht ‚verdrängt' , sondern ‚nicht gewonnen' worden sind Angehörige jüngerer Generationen. Dies ist erstens kein Wunder (vgl. ‚Gegenthese' 1) und zweitens kaum zureichend auf die audio-visuellen Medien zurückzuführen. Vielmehr kommt hier ein verbreiteter Reflex gegen eben diese Medien zum Ausdruck, für den insbesondere die Generation anfällig ist, der Claus Leggewie angehört (aus Gründen, die ich oben erläutert habe). Besser wäre, sich auf die andere Form zu beziehen, in der jüngere Generationen mit dem kulturellen Erbe insgesamt umgehen.

3) "Politische Bildung ist deswegen nicht überflüssig geworden, sondern aufgrund wachsender Distanz zum politischen System notwendiger denn je." Dieser These liegt eine besonders problematische - gleichwohl sehr populäre - Argumentation zugrunde: die Distanz zum politischen System wird erstens auf die Medien zurückgeführt und zweitens beklagt. Dabei wird von der Parteien- allzu schnell auf generelle Politikverdrossenheit geschlossen. Zwei Dinge bleiben dabei außen vor: zum einen gibt es gute Gründe, bei der Betrachtung dessen, was im politischen System im engeren Sinne geschieht, zu verdrießen, zum anderen müßte genauer untersucht werden, in welchen anderen Formen sich politisches Interesse und Engagement äußern (vgl. Becks These von der Entgrenzung des Politischen). Es fällt mir schwer zu entscheiden, ob es ‚politischer' ist, gepflegt-betroffen in der Evangelischen Akademie über sozialpolitische Positionen der im Bundestag vertretenen Parteien zu streiten, in besetzten Häusern antikapitalistische Lieder zu singen oder sich an den ‚Spitzendeckchen der Nation' zu vergreifen, wie es Soeffner im Blick auf die Selbstinszenierung von Punkern in Parkanlagen und Einkaufszentren so schön formuliert hat (vgl. Soeffner 1992).

4) "Um neue Aufgaben erfüllen zu können, sollte politische Bildung das interaktive Potential der Neuen Medien nutzen." Leider erläutert Claus Leggewie nicht, was er mit den ‚neuen Aufgaben' meint (oder ich hab's nicht gefunden!?). Insofern kann ich nur auf die Aufforderung eingehen, Neue Medien einzusetzen. In dieser Allgemeinheit kann man kaum dagegen sein. Interessant wird es erst, wenn man fragt, wer dies tun soll, in welcher Form und für wen. Folgt man den gegenwärtig überall anzutreffenden Empfehlungen, Internet etc. in die Bildungsarbeit stark einzubeziehen, dann könnte sich ein ganz anderes Szenario ergeben als vielfach unterstellt wird.

(Dabei scheint mir grundlegendes Problem darin zu liegen, daß man das Internet ‚einfach' als ‚Medium' zu nutzen gedenkt, mit dem sich allerlei Botschaften im modernen Gewand transportieren ließen - das stößt vor allem hinsichtlich der Form sehr schnell an Grenzen.)

> Szenario:

Die über lange Zeit stabile Gruppe der (in der Regel älteren) Interessenten an politischer Bildung sucht sich einen anderen Ort, an dem sie ihre Kommunikationsbedürfnisse befriedigen kann. Denn sie schätzt offensichtlich das bisherige Angebot und will nun nicht auch dort noch mit dem allgegenwärtigen und durchaus lästigen Internet behelligt werden.

PC- und Internetversierte junge Leute interessieren sich nicht für Internet-Angebote von Institutionen, die sich (ohne ‚Tarnung') als solche der Bildung präsentieren, denn sie haben diese als nicht sonderlich kompetent erlebt. Geraten sie trotzdem - vielleicht zufällig - in ihre Fänge, wenden sich mit Grauen ab, weil das, was ihnen angeboten wird, ihren Vorstellungen in keiner Weise entspricht. Dieses Problem läßt sich nicht durch Kenntnisse des HTML-Programmierens ausgleichen. Es geht um die generelle Art und Weise der Gestaltung und des Umgangs mit sowie die ‚Logik' der Nutzung von Netzangeboten! (das läßt sich auch bei CBTs - z.B. der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit - beobachten).

Gegenwärtig in den Institutionen beschäftigte Weiterbildner bringen sich (m. E. ohne Not) in die Situation von Sozialpädagogen, die sich morgens ihre Kappe aufsetzen und zum Abenteuerspielplatz gehen, auf dem sie dann cool gute Laune verbreiten sollen - auch wenn sie - mittlerweile in den 50ern - vielleicht gern anderes täten.

Die jüngeren Nicht-Versierten (die modernen Illiteraten) schließlich lassen sich durch Umstellung auf netzgestützte Angebote nicht erreichen, da sie bereits technisch, aber ebenso habituell keinen Zugang haben - und - was oft vergessen wird - von den Bildungsinstitutionen in anderer Weise ‚bedient' sind: sie sind nämlich zum größeren Teil an ihnen gescheitert! Im Blick auf diese wird dann immer wieder gefordert: man muß ihnen Medienkompetenz vermitteln! Ja - aber: auch dies geht eben nicht in traditioneller schulischer Weise. Es sei denn, man will sie in eine ähnliche Situation wie diejenigen bringen, die heute trotz EDV-Qualifikation am Arbeitsmarkt nicht zurande kommen, weil sie eben nicht in die Internet-KULTUR eingebunden sind.

Betrachtet man die Verhältnisse in der skizzierten Weise, so wird deutlich, daß wir es wesentlich mit einem Strukturproblem zu tun haben, das große Bereiche der Weiterbildungsszene in Deutschland betrifft: die zentralen Akteure werden alle miteinander alt. Eine Generationenmischung bei den pädagogischen MitarbeiterInnen in den Einrichtungen, die dann auch ein bunteres - und in allen seinen Teilen ‚authentisches' - Spektrum von Angebotsformen und Teilnehmergruppen beinahe zwangsläufig zur Folge hätte, gibt es selten. Solange es nicht gelingt, jüngere Leute einzustellen (und im Forum 1 haben sich ja bereits die Anfang Dreißiger als solche bezeichnet!) wird uns das naheliegendste Votum nur schwer über die Lippen kommen: "Laßt uns weiterhin mit denen, die Interesse daran haben, Bücher lesen, Museen besuchen und diskutieren - den Rest erledigen andere".

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit!

 

Literatur:

  • Beck, U.: Riskogesellschaft, Frankfurt 1986
  • Ders.: Die Erfindung des Politischen, Frankfurt 1993
  • Beck, U./ Giddens, A./Lash, S.: Reflexive Modernisierung, Frankfurt 1996
  • Dolff, H.: (Hg.): 25 Jahre Deutscher Volkshochschul-Verband, Braunschweig 1978
  • Flaig, B. u.a.: Alltagsästhetik und politische Kultur, Bonn 1993
  • Franck, G.: Ökonomie der Aufmerksamkeit. In: Bohrer, K.H./Scheel, K. (Hrsg.): Medien. Neu?, Merkur, Heft 9/10 1993, 748-761
  • Göschel, A.: Die Ungleichzeitigkeit in der Kultur, Essen 1995
  • Kade, J.: Entgrenzung und Entstrukturierung. Zum Wandel der Erwachsenenbildung in der Moderne. In: Derichs-Kunstmann , K. u.a. (Hg.): Enttraditionalisierung der Erwachsenenbildung, Frankfurt 1997, 13 - 31
  • Körber, K. u.a.: Das Weiterbildungsangebot im Lande Bremen, Bremen 1995
  • Kuwan, H. u.a.: Berichtssystem Weiterbildung 89, Bonn 1990
  • Ders. u.a.: Berichtssystem Weiterbildung VI, Bonn 1996
  • Maase, K.: Grenzenloses Vergnügen, Frankfurt 1997
  • Mannheim, K.: Das Problem der Generationen. In: Ders.: Wissenssoziologie, Berlin/Neuwied 1964
  • Nuissl, E. u.a.: Verunsicherungen in der Politischen Bildung, Bad Heilbrunn 1992
  • Sackmann, R./Weymann, A.: Die Technisierung des Alltags, Frankfurt/New York 1994
  • Schäffer, B.: Die ‚Arroganz' der Jüngeren? In: Literatur- und Forschungsreport 42 (1998), 48 - 62
  • Soeffner, H.-G.: Stil und Stilisierung. In: Ders.: Die Ordnung der Rituale, Frankfurt 1992, 76-101
  • Wetzstein, Th. U.a.: Datenreisende, Opladen 1995
  • Wittpoth, J.: Rahmungen und Spielräume des Selbst, Frankfurt 1994
  • Ders.: Grenzfall Weiterbildung. In: Lenzen, D./Luhmann, N. (Hrsg.): Bildung und Weiterbildung im Erziehungssystem, Frankfurt 1997, 71-93 (1979a)
  • Ders.: Recht, Politik und Struktur der Weiterbildung, Baltmannsweiler 1997 (1997b)
  • Ders.: Gute Medien, schlechte Medien? Ästhetische Einstellung, Milieu und Generation. In: Gogolin, I. / Lenzen, D. (Hrsg.): Medien-Generation, Opladen 1999, 209 - 222